Feierliche Eröffnung

Damen der Gemeinde in sorb. ev. Tracht im Gottesdienst.

Nach vielen Monaten intensiver Vorbereitung wurde am 18. Oktober 2025 der Pětr-Młónk-Gedenkweg feierlich eröffnet. Bis es so weit war hatte die Vorbereitungsgruppe allerdings Einiges geleistet: Informationstafeln wurden gestaltet, eine umfangreiche Broschüre zusammengestellt, Flyer und eine Wanderkarte entwickelt, Infotexte verfasst, ins Sorbische übersetzt und für die neue Website in zwei Sprachen eingesprochen. Allen voran ist das beeindruckende Engagement des Heimatvereins Göda hervorzuheben, der das Projekt mit großem Einsatz und Herzblut vorangetrieben hat.

Franziska Havel in sorb. Tracht singt ihr das Solo im Gottesdienst
Gödaer Posauenchor zur Eröffnung

Der feierliche Nachmittag begann um 14:00 Uhr mit einem Vespergottesdienst in der Kirche. Die Ansprachen von Gerhard Schneider, Sup. Rummel und Sup. i. R. Jan Malink würdigten das Leben und Wirken von Pětr Młónk, aber auch die Bedeutung sorbischer Identität und Kultur in unserer Region. Ein besonderer Glanzpunkt waren fünf junge Frauen aus der Gemeinde, die in der sorbisch-evangelischen Festtagstracht des Bautzner Landes sowohl den Gottesdienst als auch die anschließenden Feierlichkeiten begleiteten und der Veranstaltung einen festlichen Charakter verliehen.

Dr. Gerhard Schneider hält Ansprache im Gottesdienst
Gottesdienst Prozesion zur Grabniederlegung

Im Anschluss folgte eine Andacht am Grab Pětr Młónks – mit Gesang und Niederlegung von Blumen in den sorbischen Farben. Danach wurde hinter dem Kantorat die neue Haupttafel des Gedenkweges enthüllt. Für viele war das ein bewegender Moment: Nach Monaten der Planung und Arbeit wurde sichtbar, was gemeinsam geschaffen worden war.

Die Tafel in Seitchen vor dem Geburtshaus
Dr. Gerhard Schneider begleitet die Bustour
Kaffeetisch der Feier

Es folgte die erste Busfahrt entlang des neuen Gedenkweges, parallel dazu ein gemütliches Kaffeetrinken im Kantorat mit Kuchen der Bäckerei Knobloch – so konnten die Gästegruppen zwischen den Angeboten wechseln. Die Busfahrt führte auch am ehemaligen Wohnhaus Pětr Młónks in Siebitz vorbei. Die heute dort lebende Familie öffnete nicht nur ihr Grundstück, sondern erzählte den Besucherinnen und Besuchern auch ausführlich von der behutsamen Sanierung des eindrucksvoll erhaltenen Fachwerkhauses. Viele nutzten die Gelegenheit, das Anwesen zu erkunden und mehr über dessen Geschichte zu erfahren.

Die Tafel in Seitchen vor dem Geburtshaus
Jemand liest die Tafel vor dem Wohnhaus

In der goldenen Nachmittagssonne klang die Veranstaltung schließlich aus – erfüllt von anregenden Gesprächen, Dankbarkeit und einer spürbar optimistischen Stimmung. Viele Gäste äußerten, wie hoffnungsvoll sie auf die Zukunft des Sorbischen in unserer Gemeinde blicken. Das sorbische Nachrichtenformat Wuhladko begleitete die Eröffnung journalistisch und hat in der Sendung vom 1. November einen Beitrag veröffentlicht (Link zur Sendung, Deutsch untertitelt).

Gespräch zweier Frauen in kath. und ev. sorb. Tracht
Frauen in sorb. ev. Tracht des bautzener Land bei Enthüllung der Tafel

Bereits jetzt entstehen neue Ideen: Der feierliche Charakter, den die Trachtenträgerinnen der Veranstaltung verliehen hatten, kam außerordentlich gut an. Für das kommende Jahr ist deshalb ein Workshop zu sorbischen Trachten geplant – mit der Hoffnung, dass sich daraus eine eigene Trachtengruppe in Göda entwickeln könnte.

Marleen Schindler